Ein 3D-Drucker ist nur so gut wie das Material, das er verarbeitet. Filament bestimmt, ob ein gedrucktes Teil stabil oder spröde wird, ob es Hitze aushält, wie es sich anfühlt und wie zuverlässig der Druck überhaupt gelingt. Wer die wichtigsten Materialien kennt, vermeidet einen großen Teil der Frustrationen, die Einsteiger dem Drucker anlasten.
Die gängigen Sorten haben klare Profile. PLA ist der Standard für den Einstieg, druckt bei niedrigen Temperaturen, riecht kaum, verzieht sich fast nicht und stammt aus nachwachsenden Rohstoffen, ist dafür aber nicht hitzebeständig. PETG ist stabiler, zäher und temperaturbeständiger und eignet sich für funktionale Teile, bleibt dabei gut druckbar. ABS und ASA sind schlagfest und hitzebeständig, brauchen aber ein geschlossenes Gehäuse und gute Belüftung. TPU ist flexibel und gummiartig für Dichtungen und Griffe. Dazu kommen Spezialfilamente mit Holz-, Metall- oder Kohlefaseranteil sowie lösliche Stützmaterialien.
Bei der Auswahl zählen praktische Punkte. Der Durchmesser muss zum Drucker passen, üblich sind 1,75 Millimeter und seltener 2,85 Millimeter. Achte auf eine geringe Durchmessertoleranz, denn gleichmäßiges Filament führt zu gleichmäßigeren Drucken. Die Spulengröße liegt meist bei 750 Gramm oder einem Kilogramm. Viele Materialien nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf, was zu Blasen und schlechter Oberfläche führt, weshalb luftdichte Lagerung mit Trockenmittel wichtig ist. Filamente mit Kohlefaser erfordern eine gehärtete Düse, weil sie normale Messingdüsen abschleifen.
Preislich sind Standard-PLA und PETG sehr günstig, technische Materialien liegen darüber, und Spezialfilamente mit Faseranteil oder löslichem Charakter bilden das obere Ende.
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PLA ist dafür ungeeignet, weil es schon ab etwa 60 Grad weich wird und sich im Sommer im geparkten Auto verformt. PETG hält deutlich mehr aus und ist zudem UV-beständiger, weshalb es für den Garten die pragmatische Wahl ist. ASA wurde speziell für den Außeneinsatz entwickelt und widersteht UV-Strahlung und Witterung am besten, braucht aber einen geschlossenen Drucker. Für dauerhafte Belastung im Fahrzeug sind ABS oder ASA die richtige Wahl.
Knistern und kleine Dampfbläschen an der Düse sind das klassische Zeichen für feuchtes Filament, denn das aufgenommene Wasser verdampft schlagartig in der Heizzone. Die Folge sind raue Oberflächen, Fäden zwischen den Teilen und schwächere Schichthaftung. Abhilfe schafft Trocknen im Filamenttrockner oder alternativ mehrere Stunden im Backofen bei niedriger Temperatur, sofern dieser genau regelt. Besonders anfällig sind PETG, Nylon und TPU.
Am besten in einer luftdichten Box oder einem Vakuumbeutel mit Trockenmittel, das die Restfeuchte bindet. Offen im Regal liegende Spulen ziehen je nach Material und Raumluft innerhalb weniger Wochen so viel Feuchtigkeit, dass die Druckqualität sichtbar leidet. PLA ist relativ robust, PETG und Nylon sehr empfindlich. Trockenmittelbeutel lassen sich im Ofen regenerieren und mehrfach verwenden.
Das Material selbst kann als lebensmittelgeeignet zertifiziert sein, das gedruckte Objekt ist es aber in der Regel nicht. Der Grund liegt in den feinen Rillen zwischen den Schichten, in denen sich Bakterien ansiedeln und die sich kaum reinigen lassen, sowie in möglichen Rückständen aus Düse und Druckbett. Für einmalige Nutzung wie Ausstechformen ist das unkritisch, für dauerhaft genutztes Geschirr nicht empfehlenswert. Eine lebensmittelechte Beschichtung oder ein Einsatz aus anderem Material löst das Problem.