Sobald mehr als ein Zuspieler am Fernseher hängt und der Ton aus mehr als zwei Lautsprechern kommen soll, führt kaum ein Weg am AV-Receiver vorbei. Er nimmt Konsole, Blu-ray-Player, Streaming-Box und Plattenspieler entgegen, verteilt Bild und Ton, decodiert Raumklangformate und treibt fünf, sieben oder mehr Lautsprecher. Er ist damit das komplexeste und zugleich zentralste Gerät eines Heimkinos.
Die Modelle staffeln sich nach Kanalzahl und Ausstattung. Einsteiger-Receiver mit fünf Kanälen decken ein klassisches 5.1-System vollständig ab. Sieben- und Neunkanalgeräte erlauben zusätzliche Surround- oder Höhenlautsprecher für Dolby Atmos und DTS:X. Größere Modelle mit elf oder mehr Kanälen bedienen aufwendige Konfigurationen. Netzwerkfähige Receiver bringen Streamingdienste, Multiroom, AirPlay und Spotify Connect mit. Kompakte Modelle in Slim-Bauform passen in enge Racks.
Beim Kauf entscheiden mehrere Punkte. Zähle deine Quellen und plane einen HDMI-Eingang Reserve ein. Für aktuelle Konsolen sollten die Anschlüsse HDMI 2.1 mit 4K bei 120 Hertz sowie VRR unterstützen, wobei oft nur ein Teil der Buchsen das kann. Ein eARC-fähiger Ausgang ist für die Tonrückführung vom Fernseher wichtig. Die Leistung sollte zu Impedanz und Wirkungsgrad deiner Lautsprecher passen. Automatische Einmesssysteme verbessern in schwierigen Räumen hörbar das Ergebnis, und ein Phono-Eingang erspart eine separate Vorstufe.
Preislich decken Einsteigermodelle ein solides 5.1-System ab, die Mittelklasse bietet mehr Kanäle, aktuelle HDMI-Standards und bessere Einmessung, und größere Geräte mit vielen Kanälen bilden die Spitze.
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Ein 5.1-System aus Front-, Center-, zwei Surround-Lautsprechern und Subwoofer ist der bewährte Standard und für die meisten Wohnzimmer völlig ausreichend. Sieben Kanäle lohnen sich in größeren oder länglichen Räumen, wo zusätzliche rückwärtige Lautsprecher sinnvoll platziert werden können. Für Dolby Atmos brauchst du Höhenkanäle, was als 5.1.2 oder 5.1.4 angegeben wird. Kaufe lieber mit ein bis zwei Kanälen Reserve, damit du später erweitern kannst, ohne das Gerät zu tauschen.
Über ein mitgeliefertes Messmikrofon spielt der Receiver Testtöne über jeden Lautsprecher ab und misst, wie sie am Hörplatz ankommen. Daraus berechnet er Pegel, Entfernungen und Frequenzkorrekturen, um Raumeinflüsse auszugleichen. Besonders in Räumen mit harten Böden, viel Glas oder ungünstiger Aufstellung bringt das eine deutliche Verbesserung. Stelle das Mikrofon exakt auf Ohrhöhe am Hauptsitzplatz auf und sorge während der Messung für absolute Ruhe.
Das ist die klassische Variante, bei der der Receiver das Bild an den Fernseher durchreicht und die volle Tonqualität erhält. Alternativ kannst du alles am Fernseher anschließen und den Ton per eARC an den Receiver zurückschicken, was die Bedienung vereinfacht. Voraussetzung ist, dass beide Geräte eARC beherrschen, sonst gehen hochauflösende Tonformate verloren. Bei Konsolen mit 4K bei 120 Hertz lohnt der direkte Anschluss an den Fernseher, wenn der Receiver den Standard nicht unterstützt.
Er braucht oben und an den Seiten mehrere Zentimeter Luft, denn AV-Receiver erzeugen erhebliche Abwärme und schalten bei Überhitzung ab. Ein geschlossenes Schrankfach ohne Belüftung ist die häufigste Ursache für Ausfälle. Halte Abstand zu Routern und Netzteilen, die Störgeräusche einstreuen können. Achte außerdem darauf, dass die Rückseite zugänglich bleibt, denn an einem Receiver wird häufiger umgesteckt als an anderen Geräten.