Ein Album zu besitzen ist etwas anderes, als Zugriff darauf zu haben. Man liest das Booklet, sieht das Artwork in voller Größe, hört die Platte von vorn bis hinten in der gedachten Reihenfolge. Genau dieses bewusste Hören ist der Grund, warum physische Tonträger trotz allgegenwärtigem Streaming nicht verschwinden, sondern in den letzten Jahren sogar wieder zulegen.
Die beiden Formate haben unterschiedliche Reize. Die CD liefert unkomprimierte digitale Qualität in 16 Bit und 44,1 Kilohertz, ist robust, platzsparend und in riesiger Auswahl verfügbar, oft zu sehr niedrigen Preisen. Vinyl bietet das analoge Klangbild, das viele als wärmer und räumlicher empfinden, dazu großformatiges Artwork, Inlays und ein Ritual, das zum bewussten Zuhören einlädt. Beide Formate erscheinen weiterhin bei Neuveröffentlichungen, dazu kommen Wiederveröffentlichungen von Klassikern, aufwendige Boxsets, farbige Pressungen und limitierte Editionen.
Bei der Auswahl helfen einige Hinweise. Bei Vinyl gelten 180-Gramm-Pressungen als besonders wertig und laufruhig, wobei die Qualität des Masters wichtiger ist als das Gewicht. Achte darauf, ob eine Ausgabe von einem analogen Master oder von einer digitalen Datei stammt, was für Puristen den Unterschied macht. Bei CDs entscheidet ebenfalls das Mastering, denn viele Ausgaben aus den 1990er und 2000er Jahren sind sehr laut und dynamikarm abgemischt. Neuere Remaster oder japanische Pressungen sind oft die klanglich besseren Ausgaben.
Preislich sind CDs sehr günstig, Standardvinyl liegt deutlich darüber, und limitierte Pressungen, Boxsets sowie Sammlerausgaben bilden das obere Ende.
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Messtechnisch ist die CD überlegen, denn sie hat größeren Dynamikumfang, kein Rauschen und keinen Verschleiß. Viele Menschen empfinden Vinyl dennoch als angenehmer, was zum Teil an der leichten Klangfärbung durch das Verfahren liegt und zum Teil daran, dass Vinylausgaben oft weniger stark komprimiert gemastert werden. Der wahrgenommene Unterschied kommt also häufig vom Mastering und nicht vom Medium selbst. Am Ende entscheidet der persönliche Geschmack.
Damit wird der Trend bezeichnet, Aufnahmen beim Mastering immer lauter und stärker komprimiert abzumischen, damit sie im Radio und in Playlists auffallen. Die Folge ist ein Verlust an Dynamik, wodurch leise und laute Passagen kaum noch unterscheidbar sind und die Musik auf Dauer ermüdend wirkt. Besonders betroffen sind Ausgaben aus den späten 1990er und 2000er Jahren. Datenbanken wie die Dynamic Range Database vergleichen verschiedene Ausgaben desselben Albums.
Achte auf Angaben zum Master, denn Formulierungen wie vom analogen Originalband oder halfspeed mastered deuten auf sorgfältige Produktion hin. Das Gewicht von 180 Gramm sorgt für mehr Laufruhe, sagt aber allein wenig über die Klangqualität aus. Das Presswerk spielt ebenfalls eine Rolle, und Sammlerforen tauschen sich intensiv über einzelne Auflagen aus. Eine saubere, plane Platte ohne Wellen ist die Grundvoraussetzung.
Schallplatten entstaubst du vor jedem Abspielen mit einer Kohlefaserbürste in Laufrichtung und lagerst sie senkrecht in antistatischen Innenhüllen. Bei stärkerer Verschmutzung helfen Nassreinigungssets, die selbst gebrauchte Platten oft deutlich verbessern. CDs fasst du am Rand an und wischst bei Bedarf von der Mitte nach außen mit einem weichen Tuch. Beide Formate gehören kühl, trocken und vor direkter Sonne geschützt gelagert.