Nicht jeder möchte ein Gerät mit hundert Funktionen, von denen er drei nutzt. Für viele Menschen zählt etwas anderes, nämlich zuverlässig telefonieren zu können, gut zu hören, die Schrift lesen zu können und im Notfall schnell Hilfe zu erreichen. Seniorenhandys konzentrieren sich genau darauf und lassen alles weg, was nur ablenkt.
Das Angebot teilt sich in zwei Richtungen. Klassische Tastenhandys bieten große, deutlich getrennte Tasten mit klarem Druckpunkt, ein übersichtliches Menü und lange Akkulaufzeiten von mehreren Tagen bis Wochen. Viele sind Klappmodelle, bei denen das Auf- und Zuklappen Gespräche annimmt und beendet. Vereinfachte Smartphones bieten große Symbole, reduzierte Menüs und trotzdem Zugang zu Messengern und Videotelefonie mit der Familie. Beide Varianten gibt es mit Notruftaste auf der Rückseite, die nacheinander hinterlegte Kontakte anruft und teils die Position übermittelt.
Bei der Auswahl zählen sehr konkrete Dinge. Ein hoher Lautstärkepegel und Hörgerätekompatibilität sind für viele entscheidend, ebenso ein kontrastreiches Display mit großer Schrift. Eine Ladeschale erspart das umständliche Einstecken kleiner Kabel. Prüfe, ob die Notruffunktion sinnvoll konfigurierbar ist und ob sie tatsächlich mehrere Kontakte nacheinander versucht. Achte bei vereinfachten Smartphones darauf, wie lange Sicherheitsupdates zugesagt werden, wenn Onlinebanking genutzt werden soll.
Preislich sind Tastenmodelle sehr günstig, vereinfachte Smartphones liegen darüber, und Modelle mit umfangreicher Notfallausstattung bilden das obere Ende.
Vergleiche die Geräte und Preise und finde ein Handy, das wirklich einfach zu bedienen ist.
Ein Tastenhandy ist die richtige Wahl, wenn es vor allem ums Telefonieren und um Kurznachrichten geht, denn es ist robust, hält lange durch und lässt sich blind bedienen. Ein vereinfachtes Smartphone lohnt sich, wenn Videotelefonie mit Enkeln, Messenger-Nachrichten mit Fotos oder Fahrpläne genutzt werden sollen. Viele Familien starten mit einem Tastenhandy und wechseln später, wenn der Wunsch nach Bildnachrichten aufkommt. Entscheidend ist, was tatsächlich genutzt werden soll.
Bei längerem Druck wählt das Gerät nacheinander bis zu fünf hinterlegte Kontakte an und schaltet nach Annahme meist automatisch die Freisprechfunktion ein. Viele Modelle senden zusätzlich eine Nachricht mit einem Hinweistext und bei entsprechender Ausstattung die Standortdaten. Wichtig ist, die Kontakte gemeinsam einzurichten und die Funktion einmal in Ruhe zu testen. Sie ersetzt kein professionelles Hausnotrufsystem mit Notrufzentrale.
Achte auf die Angabe der Hörgerätekompatibilität, meist als M- und T-Bewertung angegeben, wobei höhere Werte weniger Störgeräusche bedeuten. Die T-Bewertung ist wichtig für Hörgeräte mit Induktionsspule. Ein hoher maximaler Lautsprecherpegel und ein einstellbarer Klang helfen zusätzlich. Manche Geräte lassen sich per Bluetooth direkt mit modernen Hörgeräten koppeln, was die beste Verständlichkeit liefert.
Klassische Tastenhandys kommen bei normaler Nutzung häufig eine Woche und mehr ohne Nachladen aus, weil Display und Prozessor sehr wenig verbrauchen. Vereinfachte Smartphones halten wie andere Smartphones meist ein bis zwei Tage. Eine Ladeschale erleichtert das tägliche Laden erheblich, weil das Gerät nur eingestellt statt eingesteckt werden muss. Ein wechselbarer Akku ist bei einigen Tastenmodellen weiterhin vorhanden und ein praktischer Vorteil.