Ein Prozessor unter Last erzeugt so viel Wärme wie eine kleine Glühlampe, und wenn diese nicht abgeführt wird, drosselt er sich selbst. Der Kühler entscheidet damit über zwei Dinge gleichzeitig, nämlich wie viel Leistung dauerhaft zur Verfügung steht und wie laut der Rechner dabei ist. Gerade der beigelegte Standardkühler ist oft die größte Lärmquelle im ganzen System.
Die Bauformen unterscheiden sich deutlich. Turmkühler leiten die Wärme über Heatpipes in ein großes Lamellenpaket, das von einem oder zwei Lüftern durchströmt wird, und sind für die meisten Systeme die beste Kombination aus Leistung, Preis und Zuverlässigkeit. Top-Blow-Kühler blasen von oben auf den Prozessor und kühlen dabei auch die Umgebung, sind aber flacher und schwächer. All-in-One-Wasserkühlungen transportieren die Wärme über eine Flüssigkeit zu einem Radiator und eignen sich für sehr heiße Prozessoren und enge Gehäuse. Passive Kühler arbeiten völlig lautlos, verlangen aber besondere Bedingungen.
Bei der Auswahl sind einige Punkte entscheidend. Der Kühler muss zum Sockel deines Prozessors passen, wobei die meisten Modelle Montagesätze für mehrere Sockel mitbringen. Die Bauhöhe darf die Innenbreite des Gehäuses nicht überschreiten, und breite Turmkühler kollidieren manchmal mit hohen Speichermodulen. Achte auf die angegebene Kühlleistung in Watt im Verhältnis zur Abwärme deines Prozessors. Ein größerer Lüfter dreht bei gleicher Luftmenge langsamer und arbeitet dadurch leiser.
Preislich sind einfache Turmkühler sehr günstig, große Doppelturmmodelle liegen darüber, und Wasserkühlungen mit großem Radiator bilden das obere Ende.
Vergleiche das Angebot und die Preise und mach deinen Rechner leiser und kühler.
Gute Luftkühler sind wartungsfrei, sehr zuverlässig und bei den meisten Prozessoren völlig ausreichend, oft sogar leiser als günstige Kompaktwasserkühlungen. Wasserkühlungen haben Vorteile bei sehr heißen Prozessoren und in Gehäusen mit wenig Platz über dem Sockel, weil der Radiator an anderer Stelle sitzt. Sie enthalten allerdings eine Pumpe als zusätzliches Verschleißteil mit begrenzter Lebensdauer. Für die meisten Systeme ist ein hochwertiger Turmkühler die vernünftigere Wahl.
Bei normalem Betrieb halten gute Pasten drei bis fünf Jahre, bevor sie austrocknen und die Temperaturen langsam steigen. Ein Wechsel ist immer dann fällig, wenn du den Kühler abnimmst, denn die Schicht lässt sich nicht wiederverwenden. Wenn dein Rechner ohne erkennbaren Grund lauter und wärmer geworden ist, lohnt neben dem Entstauben auch ein Blick auf die Paste. Der Wechsel dauert wenige Minuten und kostet kaum etwas.
Im Leerlauf liegen aktuelle Prozessoren meist zwischen 30 und 50 Grad, unter Volllast sind 60 bis 85 Grad üblich und unbedenklich. Kritisch wird es erst nahe der Herstellergrenze, die häufig bei rund 100 Grad liegt und ab der das System sich selbst drosselt. Kurze Spitzen sind normal, dauerhaft hohe Werte deuten auf Staub, alte Paste oder unzureichenden Gehäuseluftstrom hin. Kostenlose Überwachungsprogramme zeigen die Werte in Echtzeit.
Für Büroarbeit und leichte Nutzung meist ja, denn er hält den Prozessor innerhalb der Spezifikation. Unter Last wird er allerdings oft deutlich hörbar, weil der kleine Lüfter sehr schnell drehen muss. Ein Turmkühler für wenig Geld senkt die Temperaturen erheblich und macht den Rechner spürbar leiser. Bei leistungsstarken Prozessoren ist ein besserer Kühler ohnehin nötig, um die volle Leistung dauerhaft abrufen zu können.