Beim Spielen ist keine Komponente so entscheidend wie die Grafikkarte. Sie berechnet jedes einzelne Bild, und ihre Leistung bestimmt direkt, in welcher Auflösung und mit wie vielen Bildern pro Sekunde ein Spiel läuft. Auch außerhalb von Spielen ist sie zunehmend wichtig, etwa beim Videoschnitt, bei 3D-Anwendungen und bei allem, was mit KI-Berechnungen zu tun hat.
Die Klassen orientieren sich an der Zielauflösung. Einsteigerkarten liefern flüssiges Spielen in Full HD mit mittleren bis hohen Details und eignen sich auch für Bildbearbeitung. Die Mittelklasse zielt auf WQHD mit hohen Einstellungen und deckt den Bedarf der meisten Spieler ab. High-End-Karten sind für 4K, hohe Bildraten und Raytracing gebaut. Daneben gibt es kompakte Modelle für kleine Gehäuse, passiv gekühlte Karten für lautlose Systeme und professionelle Modelle mit zertifizierten Treibern für CAD und Rendering.
Beim Kauf zählen mehrere Faktoren. Der Videospeicher sollte zur Zielauflösung passen, wobei acht Gigabyte für Full HD und WQHD meist genügen und für 4K mehr sinnvoll ist. Prüfe die Länge der Karte gegen den Platz im Gehäuse, denn High-End-Modelle sind teils über dreißig Zentimeter lang und belegen drei Steckplätze. Das Netzteil braucht ausreichend Leistung und die passenden Stromstecker. Achte darauf, dass der Prozessor die Karte nicht ausbremst, denn ein unausgewogenes System verschenkt Leistung.
Preislich sind Einsteigerkarten erschwinglich, die Mittelklasse bildet den größten Teil des Marktes, und High-End-Modelle für 4K bilden die Spitze.
Vergleiche das Angebot und die Preise und finde die Karte, die zu deinem Monitor passt.
Für Full HD reichen acht Gigabyte in den allermeisten Spielen aus, für WQHD sind acht bis zwölf Gigabyte sinnvoll und für 4K mit hohen Texturen eher zwölf bis sechzehn. Reicht der Speicher nicht, brechen die Bildraten in einzelnen Szenen stark ein, statt gleichmäßig zu sinken. Auch bei Videoschnitt und 3D-Anwendungen profitiert man von mehr Speicher. Eine Karte mit viel Speicher, aber schwacher Rechenleistung bringt allerdings wenig.
Raytracing berechnet Lichtstrahlen physikalisch korrekt und erzeugt dadurch realistische Spiegelungen, Schatten und indirekte Beleuchtung. Das Ergebnis sieht in unterstützten Spielen beeindruckend aus, kostet aber erhebliche Rechenleistung und senkt die Bildrate deutlich. Hilfstechniken wie Bildhochrechnung gleichen einen Teil davon wieder aus. Für kompetitive Spieler mit Fokus auf hohe Bildraten spielt es kaum eine Rolle, für Einzelspielererlebnisse durchaus.
Von einem Flaschenhals spricht man, wenn ein Bauteil das andere ausbremst, typischerweise ein zu schwacher Prozessor für eine sehr starke Grafikkarte. Erkennbar ist das daran, dass die Grafikkarte nicht ausgelastet wird und die Bildrate trotzdem nicht steigt. Besonders in niedrigen Auflösungen und bei Aufbau- oder Strategiespielen ist der Prozessor entscheidend. Achte auf ein ausgewogenes Verhältnis statt auf ein einzelnes Spitzenbauteil.
Der Preisvorteil ist oft erheblich, das Risiko allerdings ebenfalls, denn Karten aus intensiver Dauernutzung können thermisch stark beansprucht sein. Achte auf Restgarantie, frage nach dem Einsatzzweck und prüfe die Karte nach dem Kauf mit einem längeren Belastungstest auf Stabilität und Temperaturen. Ungewöhnliche Geräusche der Lüfter oder Spulenfiepen sind Warnzeichen. Beim Händlerkauf mit Gewährleistung ist das Risiko deutlich geringer.