Mainboards bringen heute viel mit, aber nicht alles. Manchmal fehlt ein USB-C-Anschluss, manchmal ein zweiter Netzwerkanschluss, manchmal ein hochwertiger Kopfhörerausgang für anspruchsvolle Hörer. Erweiterungskarten schließen genau solche Lücken für vergleichsweise wenig Geld und ersparen den Austausch des ganzen Mainboards.
Das Angebot ist breit gefächert. Soundkarten bieten bessere Wandler, saubere Kopfhörerverstärker und mehr Anschlüsse als der Onboard-Sound und lohnen sich vor allem bei hochohmigen Kopfhörern. USB-Erweiterungskarten ergänzen zusätzliche Anschlüsse, auch in modernen Standards mit USB-C. SATA- und M.2-Controller schaffen Platz für weitere Laufwerke. Capture-Karten nehmen das Bildsignal einer Konsole oder Kamera auf und sind für Streaming gedacht. Adapterkarten für M.2-SSDs nutzen freie PCIe-Steckplätze. Auch Bluetooth- und WLAN-Karten fallen in diese Kategorie.
Bei der Auswahl sind einige Punkte relevant. Prüfe, welcher Steckplatz frei ist und wie viele PCIe-Lanes er anbindet, denn manche Steckplätze sind nur mechanisch groß, aber elektrisch schmal angebunden. Achte auf die Bauhöhe, denn in kompakten Gehäusen sind nur Low-Profile-Karten möglich. Treiberunterstützung für dein Betriebssystem ist vor dem Kauf zu prüfen, besonders bei günstigen Karten unbekannter Herkunft. Bedenke, dass eine große Grafikkarte benachbarte Steckplätze verdecken kann.
Preislich sind einfache Erweiterungskarten sehr günstig, gute Soundkarten liegen im Mittelfeld, und Capture-Karten für hohe Auflösungen bilden das obere Ende.
Vergleiche das Angebot und die Preise und rüste deinem Rechner fehlende Funktionen nach.
Für die meisten Nutzer nicht, denn der Onboard-Sound aktueller Mainboards ist für Lautsprecher und normale Kopfhörer völlig ausreichend. Interessant wird eine Soundkarte bei hochohmigen Kopfhörern ab etwa 250 Ohm, die mehr Verstärkerleistung brauchen, sowie bei Aufnahmen mit mehreren Eingängen. Alternativ ist ein externes USB-Audiointerface oft die bessere Wahl, weil es außerhalb des Gehäuses weniger Störeinflüssen ausgesetzt ist. Bei Störgeräuschen aus dem Rechner kann beides Abhilfe schaffen.
Die Zahl gibt an, wie viele PCIe-Lanes ein Steckplatz elektrisch nutzt, wobei mehr Lanes mehr Bandbreite bedeuten. Grafikkarten nutzen üblicherweise x16, während Netzwerk-, Sound- und USB-Karten mit x1 oder x4 auskommen. Wichtig ist, dass ein mechanisch großer Steckplatz elektrisch schmaler angebunden sein kann, was im Mainboard-Handbuch steht. Eine Karte funktioniert auch in einem Steckplatz mit weniger Lanes, dann eben langsamer.
Sie nimmt ein HDMI-Signal auf, etwa von einer Spielkonsole, einer Kamera oder einem zweiten Rechner, und stellt es als Videoquelle für Aufnahme und Streaming bereit. Interne Karten belasten den Hauptrechner weniger als Softwarelösungen, externe USB-Modelle sind flexibler zwischen Geräten. Achte auf die unterstützte Auflösung und Bildrate, denn 4K mit 60 Bildern verlangt entsprechende Hardware. Für reine PC-Aufnahmen genügt oft Software ohne zusätzliche Karte.
Grundsätzlich ja, solange freie Steckplätze vorhanden sind und die Karten physisch nebeneinander passen. Beachte, dass moderne Grafikkarten oft zwei oder drei Steckplatzblenden belegen und benachbarte Anschlüsse verdecken. Zudem teilen sich Steckplätze bei manchen Mainboards die Anbindung mit M.2-Anschlüssen, sodass eine belegte Karte einen SSD-Steckplatz deaktivieren kann. Das Mainboard-Handbuch listet solche Abhängigkeiten auf.